Deutschland im Winter

Herzlich willkommen, lieber Winter!

Von Michael Gneuss und Katharina Lehmann · 2021

Die Tage werden kürzer, die Sonne schwächer, in der ein oder anderen Region rieselten gar schon die ersten Schneeflocken vom wolkenverhangenen Himmel. Der Winter kommt. Und die kalte Jahreszeit hat so einiges zu bieten: Festlich schmücken wir zur Weihnachtszeit unser gemütlich warmes Zuhause, genießen zusammen mit Familie und Freunden die ein oder andere Leckerei, wir reisen in unbekannte Städte oder erkunden auf Skiern verschneite Berglandschaften. Und nicht zuletzt bietet insbesondere die „Zeit zwischen den Jahren“ eine Chance auf innere Einkehr sowie Besinnung auf die wesentlichen Werte.

Über einer Schneedecke halten zwei rote Handschuhe ein Herz aus Schnee.
Im Schnee lässt sich der Winter gut genießen. Foto: iStock / AlexRaths

Am ersten Dezember beginnt meteorologisch der Winter. Und der kann in diesem Jahr ganz schön frostig werden. So sagen nach Angaben des Portals „weather.com“ immerhin sechs von acht Klimamodellen einen überdurchschnittlich kalten Dezember voraus. Schuld daran sei der Polarwirbel über dem Nordpol, der in diesem Jahr instabiler als in den Jahren zuvor ist. Solange der Wirbel intakt bleibt, ziehen warme und nasse Westwinde über Europa. In höheren Lagen schneit es, in tieferen Lagen bleibt Schneematsch übrig. Wird der Wirbel aber gestört, erreichen uns kalte Winde aus Sibirien – und mit ihnen eisige Temperaturen und ein starker Wintereinbruch. Die Instabilität des Wirbels hängt auch mit dem Klimawandel und der damit einhergehenden schnellen Erwärmung der Arktis zusammen. Dadurch drohen vermehrt Wetterextreme wie Starkregen, Stürme und massiver Schneefall.

Noch sind das jedoch lediglich Prognosen und Wettermodelle. Ob der Winter am Ende klirrend kalt und schneereich oder doch eher grau und regnerisch wird, bleibt zunächst abzuwarten. Fakt ist aber: Die dunkle Jahreszeit bietet oftmals die schönsten Momente für gemütliche Stunden daheim. Das beginnt schon beim Kaffeegenuss am Küchentisch. Aber auch wer Freunde oder Verwandte zum Essen einladen oder Filmabende zu zweit oder mit mehreren Freundinnen oder Freunden plant, kann in den Wintermonaten sehr stimmungsvolle Abende in den eigenen vier Wänden erleben. Die kalte Jahreszeit ist zudem die ideale Zeit, die eigene Wohnung auf Vordermann zu bringen. Denn sehr oft fehlt im Sommer die Ruhe für Modernisierungen zu Hause.

Bundesbürger werden häuslicher

Das Bedürfnis für Verschönerungen daheim ist groß. Denn die Deutschen sind – auch aufgrund der Beschränkungen im Zuge der Coronapandemie in den vergangenen anderthalb Jahren – häuslicher geworden. In einer Befragung der PSD Bank Nord unter 1.000 Deutschen ab 18 Jahren gaben 73 Prozent der Befragten an, das eigene Zuhause zähle für sie zu den wichtigsten Dingen im Leben. Damit liegt es noch vor einer glücklichen Partnerschaft (64 Prozent) und Zeit mit der Familie (62 Prozent). Die gestiegene Relevanz der eigenen vier Wände zeigt sich auch in der Ausgabebereitschaft für Umbauten und Renovierungen. So haben drei Viertel der Befragten das vergangene Jahr genutzt, um zu renovieren und zu modernisieren oder die Wohnung neu einzurichten. Standen in der ersten Jahreshälfte vor allem die Umgestaltung von Wänden und Fußböden sowie das Aufbauen neuer Möbel im Vordergrund der Renovierungsvorhaben, so widmeten sich die Befragten im Sommer vor allem den Gärten. Immerhin elf Prozent der Befragten haben in den vergangenen zwölf Monaten in Smart-Home-Technik investiert. Bei weiteren 17 Prozent steht das intelligente Zuhause für die kommenden Monate auf dem Plan.

Das Zuhause wird smart

Ob smarte Haushaltsgeräte oder intelligent vernetzte und gesteuerte Haustechnik – schon heute verfügen rund 10,5 Millionen deutsche Haushalte über Smart-Home-Technologien. Gerade in Zeiten von Klimawandel, CO₂-Abgabe und steigenden Rohstoffpreisen rückt aber vor allem die Heizung in den Vordergrund der Investitionsvorhaben. Denn solange es draußen warm und sonnig ist, setzt sich kaum jemand mit seinem Heizungssystem auseinander. Spätestens, wenn die Temperaturen aber fallen und die Heizkosten steigen, beginnen viele Menschen, über ihre Wärmeversorgung nachzudenken. Eine Möglichkeit, die steigenden Kosten ohne große Investitionen und Umbaumaßnahmen in den Griff zu bekommen, sind intelligente Thermostate: Sie sind per App oder Sprache bedienbar und interagieren außerdem mit Wetterapps, Bewegungsmeldern und vielen weiteren Smart-Home-Komponenten – vorausgesetzt, diese sind entsprechend vernetzbar und funktionieren auf der gleichen Basis. Smart Homes sind nämlich nur dann besonders effizient und komfortabel, wenn möglichst alle Komponenten miteinander verknüpft sind. Ohne die Möglichkeit, die zahlreichen Lösungen miteinander zu verbinden, droht ein hoher Verwaltungsaufwand, denn jede Applikation muss einzeln gesteuert, gewartet und mit eigenen Daten gefüttert werden. Dabei gibt es mittlerweile Systeme auf dem Markt, die herstellerunabhängig und ohne zentrale Einheit funktionieren. Auf diese Weise kann nicht nur für unterschiedliche Komponenten aus dem Sortiment verschiedener Hersteller das optimale Produkt für die jeweilige Funktion ausgewählt, sondern auch bequem nachträglich auf- und umgerüstet werden.

Mehrere Personen machen bei blauem Himmel einen Langlauf im Schnee in den Bergen.
Ein Drittel der Deutschen plant einen Winterurlaub. Foto: iStock / DieterMeyrl

Deutschland im Winter: Reiselust stiegt

Doch nicht jeder will den ganzen Winter über zu Hause bleiben. Nach eineinhalb Jahren Pandemie ist die Lust am Reisen in Deutschland wieder stark gestiegen. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC haben 44 Prozent der Deutschen in diesem Jahr schon wieder eine Reise unternommen. Etwas mehr ein Drittel (34 Prozent) plant dies für die kommenden sechs Monate. „Nach 18 anstrengenden Monaten der Pandemie haben die Deutschen das Bedürfnis, dem Alltag zu entfliehen. Dazu gehören für viele Menschen wieder Urlaubsreisen im In- und Ausland“, sagt PwC-Experte Ingo Bauer. Die Sorgen vor einer Covid-19-Erkrankung trete dabei in den Hintergrund. Laut Bauer planen immer mehr Menschen ihren Urlaub unabhängig davon. Etwa 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Umfrage, die 2021 bereits verreist waren, erklärten, dass sie sich während der Hin- und Rückreise sowie in der Unterkunft am Urlaubsort sicher gefühlt hätten. So zeigt sich auch, dass viele Reisende, die zuletzt aus Furcht vor Infektionen Ferienwohnungen bevorzugt haben, in die Hotels zurückkehren. Laut PwC-Studie kommt das Hotel mittlerweile wieder für 77 Prozent der Reisenden infrage, das sind sechs Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Deutlich mehr Touristen sind auch bereit, wieder mit der Bahn oder mit dem Flugzeug anzureisen – und den eigenen Wagen zu Hause stehen zu lassen. Auch in diesem Winter werden also wieder viele verreisen wollen. Beliebt sind gerade in der kalten Zeit Städtereisen. Vor allem die größten deutschen Metropolen – Berlin, Hamburg, München und Köln – locken nach den Monaten mit den pandemiebedingten Reisebeschränkungen und Hotelschließungen wieder vermehrt deutsche und internationale Touristen an. Aber auch etliche kleinere Städte in Deutschland sind immer eine Reise wert. Das Portal Hotelspecials empfiehlt zum Beispiel Erfurt, Lübeck, Bamberg, Görlitz oder Münster.

Der häufigste Grund, in den nächsten sechs Monaten keine Reise zu buchen, ist laut PwC-Studie übrigens weder die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus oder Einschränkungen am Urlaubsort – es sind die Finanzen. Rund 44 Prozent sagen, dass sie sich eine Reise nicht leisten können. Bei der gleichen Befragung im April 2021 nannten nur 31 Prozent finanzielle Hürden als Reisehindernis.

Quellen:
The weather channel: Winter rückt näher: Schneedecke wächst in Europa – mit Auswirkungen für unseren Dezember
Presseportal: PSD Bank Nord eG Studie
Tageskarte: Reiselust steigt: Hotels wieder erste Wahl bei Gästen

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