Saarland

Klein, aber oho

Von Oskar Rheinbach · 2017

Zu Deutschland gehörend, zugleich im Zentrum Europas: Das Saarland ist multikulturell. Es vereint das französische Savoir-vivre mit deutscher Romantik, blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück und ist dabei so naturverbunden wie eh und je.

 Die Saarschleife
Die Saarschleife im Sonnenuntergang

Es ist das kleinste Bundesland (sieht man einmal von den Stadtstaaten ab), und bis 1990 war es auch klar das jüngste unter den Bundesländern: das Saarland. Erst 1957 trat es der Bundesrepublik bei, nachdem die Region viele Jahrzehnte zu Frankreich gehörte. Und doch – wie in vielen Familien – ist das Jüngste nicht das Leiseste. Eingebettet zwischen Rheinland-Pfalz, Lu­xemburg und Frankreich, gehört das Saarland zu den Kernregionen Europas. Und das nicht nur geografisch. Im Saarland ist Französisch Pflichtsprache an Gymnasien, die Beziehungen zum Nachbarland sind eng und herzlich, und wer das Saarland einmal besucht hat, weiß von der engen Verbindung zur französischen Kultur zu schwärmen. Die schlägt sich auch in der Liebe der Saarländer zu gutem Essen nieder, auch wenn das „Nationalgericht“ recht mächtig-deutsch erscheint. Den Dibbelabbes mögen die Saarländer nicht erfunden haben, und doch gilt das deftige Kartoffelgericht vielen als typisch für die saarländische Küche.

Die Welt so nah – das Saarland

Als Urlaubsland ist es vor allem eines: praktisch. Im Saarland ist nämlich alles dicht beieinander, nichts weit entfernt. Wer seine Zelte in der Hauptstadt Saarbrücken aufschlägt, kann Dank des gut ausgebauten Verkehrsnetzes alle Ziele in bequemen Tagestrips erreichen. Die Völklinger Hütte zum Beispiel, einst eines der bedeutendsten Zentren der europäischen Stahl­industrie, heute Konzert- und Aufführungsort und UNESCO-Weltkulturerbe. Oder die Saarschleife bei Mettlach, ein echtes Naturwunder. Hier vollzieht die Saar auf ihrem Weg nach Norden eine 180-Grad-Wende inmitten romantischer Wälder und Hügel. Vom Aussichtspunkt „Cloef“ bieten sich atemberaubende Bilder, die kein Besucher verpassen sollte. Wanderfreunde kommen im Saarland auf jeden Fall auf ihre Kosten, zum Beispiel auf dem 218 Kilometer langen Saar-Hunsrück-Steig, in den Wäldern des Warndt oder des Bliesgaus. Letzterer lädt mit seinen sanften Hügeln zu Fahrradtouren bis hinüber nach Frankreich ein. 

Kunst und Kultur fernab großstädtischer Hektik in Saarbrücken

Doch auch wenn ein Drittel des Saarlandes mit wunderschönem Mischwald bedeckt ist, werden Städte- und Kulturreisende nicht enttäuscht. Fernab der üblichen Metropolenhektik bieten Orte wie Saarbrücken mit der Ludwigskirche historische Architektur und musealen Kunstgenuss. Wer weiß schon, dass das berühmte kleine blaue Pferd von Franz Marc in der „Modernen Galerie“ des dortigen Saarlandmuseums zu bewundern ist? Das Römermuseum Schwarzenacker hingegen erlaubt Einblicke in die gallo-römische Vergangenheit der Region, und im Sommer können sich müde Saarland-Reisende bei Aufführungen der Naturbühne Gräfinthal und der Freilichtbühne Hülzweiler erholen. Das Saarland eben – ein kleines Land, ganz groß.

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